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Rot-Weiße-Hilfe Kaiserslautern widerspricht den Darstellungen zu den Vorfällen am Kölner Hauptbahnhof

Der medialen Darstellung anlässlich der Vorkommnisse im Kölner Hauptbahnhof nach dem Spiel des 1. FC Kaiserslautern in Düsseldorf widerspricht die Rot-Weiße-Hilfe Kaiserslautern deutlich und weist darauf hin, dass die Ursache für die Vorkommnisse in einem unverhältnismäßigen Einsatz der Bundespolizei beim Eintreffen des Zuges aus Düsseldorf im Kölner Hauptbahnhof lag.
Alle aktuellen Berichte stützen sich auf das Verhalten der Fans außerhalb des Zuges. Demzufolge wurden Eisenstangen „entwendet“ und Gegenstände auf die Polizisten geworfen. Auch hier muss der Berichterstattung widersprochen werden. Die Polizisten wurden nicht mit Eisenstangen angegriffen.

Wesentlich wichtiger ist jedoch die Frage, wie es zu den Ausschreitungen kommen konnte. Hier fehlt in den Berichterstattungen jeglicher Hinweis.


Auf der Rückfahrt des Zuges wurde in einem Regionalexpress nach Koblenz ein unverschlossenes Dienstabteil des Zuges betreten und über das Mikrofon Musik abgespielt. Nach kurzer Zeit kam der Zugbegleiter zu diesen Personen und schloss die Türe ab, nahm die Sache aber mit Humor. Sowohl die zwei sich im Zug befindlichen Zivilbeamten der Bundespolizei Kaiserslautern als auch ein Angestellter des Fanprojektes Kaiserslautern kamen ebenfalls hinzu und vergewisserten sich der Tatsache, dass die Türe nun verschlossen war. Die Situation war zu diesem Zeitpunkt bereinigt und es bedurfte keinerlei weiterer Aktionen. Zu Sachbeschädigungen im Zug kam es nicht.

Beim Eintreffen im Kölner Hauptbahnhof postierten sich dann Beamte vor einem Abteil, das zu diesem Zeitpunkt sehr stark gefüllt war. Nun begannen die Beamten sich durch wegschubsen von Fans Zutritt zu dem Abteil zu verschaffen. Die Polizeibeamten wollten wohl zur Sprecherkabine gelangen um sich davon zu überzeugen, dass diese nun wirklich abgeschlossen war. Fraglich ist allerdings, warum sie weder mit den beiden Zivilbeamten Kontakt aufgenommen haben noch warum sie nicht mit den Fans kommunizierten um ihre Maßnahme zu erklären. Als ein Polizist einem Fan an die Hoden griff, eskalierte die Situation. Die Beamten begannen, Pfefferspray in das vollbesetzte Abteil zu sprühen. Fans verließen panikartig den Zug und wurden auf dem Bahnsteig erneut mit Pfefferspray und Schlagstöcken traktiert. Ebenso wurden Polizeihunde ohne Maulkorb eingesetzt. Als ein FCK-Fan zwischen Bahnsteig und Zug auf die Gleise fiel, eskalierte die Situation erneut. Kennt man diese Szenen, gerade in Köln, doch von einem Anhänger des 1. FC Nürnberg der dort einen Arm verlor.

Nun kam es zu den Auseinandersetzungen, die teilweise auf Videos zu sehen sind. Ursächlich wurde das Verhalten der Fußballfans jedoch durch einen unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray in einem geschlossenen Abteil ausgelöst. Und das alles, weil jemand das leere Dienstabteil geöffnet und Musik über das Zugmikrofon abgespielt hatte. Dass diese Situation durch die mitreisenden Zivilbeamten längst gelöst war, scheint in Köln keinen interessiert zu haben. Wieviel Verletzte aufgrund des Einsatzes von Pfefferspray behandelt werden mussten ist bislang noch nicht geklärt. Augenzeugen berichten von mehreren Personen, die sich übergeben mussten.

Bereits bei der Hinfahrt nach Düsseldorf wurde im Düsseldorfer Hauptbahnhof ein Fan unter zunächst nicht genannten Gründen von der Polizei „herausgefischt“. Trotz Nachfragen von Fanprojekt Mitarbeitern und einem Anwalt konnte weder der szenenkundige Beamte aus Kaiserslautern, noch andere Polizisten einen Grund für diese Maßnahme nennen. Später wurde dann als Grund „Redelsführerei“ angegeben, obwohl es diesen Tatbestand nicht gibt. Darüber hinaus gab es auf der Hinreise keinen Vorfall, der diese Maßnahme rechtfertigte. Es schien aber die Polizei nicht zu interessieren. Welchen Sinn ein solcher Zugriff inmitten eines belebten Bahnhofs hat, bleibt wohl das Geheimnis der Polizisten.

Mal wieder zeigt sich, dass die Berichterstattung in den Medien im wesentlichen auf den Berichten der Polizei oder anwesender Zivilpersonen beruht. Außer Acht gelassen werden bei solchen Berichten meist die Ursachen für das, was man dann später sieht. Die Glaubwürdigkeit der Meldung der Bundespolizei Köln ist schon deshalb zweifelhaft, da diese den Einsatz von Reizgas innerhalb des vollbesetzte Zuges vollkommen verschweigen. Genauso zweifelhaft ist es auch, dass sämtliche Medien die Meldung der Polizei Köln kritiklos übernehmen. Eigentlich sollten die Vorkommnisse um die Jahreswende in Köln die Medien insoweit sensibilisiert haben, dass Einsatzberichte der Polizei Köln kein ausreichendes Fundament für eine realistische Darstellung von Vorkommnissen am Kölner Hauptbahnhof ist.